Aktuelles, Berichte, Informationen aus dem AK Asyl

Inhalt:

Termine

Vortrag zur Lage in Gambia

Das kleinste Land Afrikas (etwa 2 Millionen Einwohner) hat für Baden-Württemberg
große Bedeutung: Nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel leben viele der rund
16.000 aus Gambia geflüchteten Menschen unter uns. 22 Jahre lang wurde Gambia
durch den Diktator Jammeh regiert. Das Land schottete sich international ab.
Menschenrechtsorganisationen berichteten von willkürlichen Verhaftungen,
Hinrichtungen ohne Urteile, verschwundenen Menschen und Folterungen. Völlig
überraschend wurde im Januar 2017 der unabhängige Kandidat Adama Barrow, der
von acht zersplitterten Oppositionsparteien unterstützt wurde, als neuer Präsident
gewählt. Der Diktator Jammeh erkannte seine Wahlniederlage nach massivem
internationalem Druck an. Es scheint der Wille zu bestehen, in Gambia einen
demokratischen Staat aufzubauen. Die Mehrheit der internationalen Beobachter
blickt zwar vorsichtig optimistisch auf die neue Regierung, ist sich aber einig, dass
bisher keine sichere Einschätzung gemacht werden kann. Gambia ist wirtschaftlich
praktisch pleite und im Prinzip auf eine Monokultur für den Anbau von Erdnüssen
und Tourismus ausgelegt. An der hohen Arbeitslosigkeit besonders für die junge
Bevölkerung hat sich nichts geändert.
Wie ist die aktuelle Entwicklung in Gambia (Spannungen in der Bevölkerung, Angst
vor Islamisten, Militär und Geheimdienst, wirtschaftliche Lage, Rechte von Frauen)?
Wissenschaftlerinnen der Universität Freiburg veröffentlichten gerade eine Studie zu
Gambia (Quelle: Flüchtlingsrat BW, Veröffentlichung vom 18.09.2017). Sie
untersuchten die unterschiedlichen Migrations- und Fluchtbewegungen aus Gambia
und bewerteten, was eine Rückkehr einer großen Zahl von Geflüchteter aktuell für
das Land bedeuten würde.
Über diese Fragen wird der in Rommelshausen lebende Gambier Ebou Sarr am
Mittwoch, 25. Oktober, 19.30 Uhr in ….
informieren und mit Interessierten diskutieren. Ebou Sarr hat in Gambia studiert.
Nach mehreren Aufenthalten mit Praktika in Deutschland arbeitet er heute als
Sozialarbeiter bei einer vom Land geförderten Einrichtung im Bereich der
Integration/Migration, macht eine Radiosendung und elektronische Informationen für
Geflüchtete.

Grillfest im Begegnungscafé

Nach einer längeren Pause und nach Beendigung des Ramadan planen wir in, bzw. vor der Unterkunft Kirchstraße wie letztes Jahr ein Sommerfest am Dienstag, 4.Juli, ab 19 Uhr.

Eingeladen sind natürlich alle Geflüchteten in Kernen, die Mitglieder des AK Asyl, die Paten, die Nachbarn und alle interessierten Menschen aus Kernen.

Wer gerne helfen möchte oder etwas zum Essen beitragen möchte (Salat, Nachtisch etc.), möge sich bitte per Mail (Adresse s.u.) oder per Telefon bei Michael Sommer (Tel.: 42296) melden. Fleisch und Brot wird reichlich vorhanden sein.

Tisch mit Gebäck und süßen Stücklen

Plakat Asyl-Café

Insbesondere brauchen wir regelmäßig Kuchen und salziges Gebäck.
Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich online in eine Doodle-Liste eintragen.
Bis auf Weiteres brauchen wir jedes Mal

  • zwei Kuchen und
  • zweimal salziges Gebäck (ohne Schweinefleisch).

Beides kann zwischen 17:30 und 18:00 Uhr in der Kirchstr. 30 in Kernen Stetten abgegeben werden. Selbstverständlich ist jeder Spender herzlich eingeladen, auch zum Begegnungscafé da zu bleiben.
Für Fragen zur Verpflegung (oder Schwierigkeiten mit der Doodle-Liste) gerne Kontakt mit Magdalena Boungou.

Wer sich vorstellen kann, darüber hinaus oder auf andere Art zukünftig das Begegnungscafé mit zu unterstützen, kann sich gerne melden bei Fara Peccerella.

Wer helfen will, das Begegnungcafé bekannt zu machen, kann sich gerne hier das Plakat downloaden, ausdrucken und an geeigneter Stelle aufhängen.

arrow_downward Berichte und Hinweise

Tandem ist nicht nur ein Fahrrad

Tandem, das kann auch ein gemeinsames Abenteuer innerhalb der deutschen Flüchtlingspolitik sein. So
jedenfalls formuliert es Frau Schmückle aus Stetten, die seit über einem Jahr als Patin mit dem
22jährigen Felix aus Nigeria ein "Tandem" bildet, sie als Patin, er als ihr Mentee. Obwohl Frau
Schmückle als Patin/Mentorin von Felix gilt, steht doch hinter ihr die ganze Familie Schmückle, zu der
auch Söhne im Alter von Felix gehören. Und ein Sohn war es auch, der Felix, der seit 1 1/2 Jahren in der
Unterkunft Kirchstraße in Stetten wohnt, eines Tages zum Essen mit nach Hause gebracht hat. Und
seitdem gehört er sozusagen zur Familie. Sie bietet ihm, wie er sagt, Sicherheit, Freundschaft, macht sein
Leben leichter, ruhiger, bietet ihm eine Rückzugsmöglichkeit und Hilfe. Die fing an mit der
Unterstützung beim Deutschlernen, bei Behördegängen und dann bei den Überlegungen, wie es in
Zukunft weitergehen kann, nachdem seine Deutschkenntnisse dank Volkshochschulkursen recht gut
geworden sind. Frau Schmückle half Felix, ein Praktikum zu finden, zunächst bei einem Maler; doch es
stellt sich heraus, dass das kein Beruf für Felix war. Das Arbeitsamt empfahl eine Ausbildung in einem
Mangelberuf. Und so durchlief Felix erfolgreich eine halbjährige Einstiegsqualifizierung im
Metzgereibetrieb Weißschuh in Waiblingen und beginnt jetzt seine Ausbildung dort. Natürlich hat Frau
Schmückle viel Zeit in die Betreuung von Felix investiert, aber es hat auch, wie sie sagt, ihr Leben
bereichert, zum einen durch das Kennenlernen eines Menschen aus einem fernen, unbekannten Land, zum
anderen durch die Notwendigkeit sich gegenüber Behörden und Betrieben durchzusetzen. Man kann nur
hoffen. dass dieses "Tandem" weiterhin positiv der Zukunft entgegen"fährt".
Für den Ak Asyl: Elisabeth Schober

Tandem ist nicht nur ein Fahrrad für 2 (Fortsetzung)

Spätsommerfest beim CVJM

40 Asylbewerber und Mitglieder des Arbeitskreises, darunter viele "Tandems"; Mentoren/innnen und Mentees, trafen sich am 2.Septembersonntag zum Spätsommerfest auf dem CVJM-Platz in Rommelshausen. Bei Kaffee und Kuchen und später Grillfleisch und Salaten saßen wir gemütlich zusammen. Doch immer wieder stellen wir fest, dass noch nicht alle eine/n Tandempartner/in haben,der/die ihnen hilft, so wie Familie Schmückle Felix, wie es letzte Woche hier zu lesen war.
Auch kommen immer wieder, wie auch in der vergangenen Woche, Familien aus dem nahen Osten nach Kernen, deren Leben durch die Hilfe eines/r Paten/in erleichtert werden könnte. Mit einem Tandem kommt man einfach schneller voran. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich noch einige Kerner Bürger/innen fänden, die sich als Pate/Mentor zur Verfügung stellen. Bitte wenden Sie sich an die unten stehenden Mail-Adresse. Auch für die Geflüchteten, die eine Ausbildung machen und die Berufsschule besuchen, werden "Azubi-Paten" gesucht, die ihnen helfen, ihre Aufgaben zu machen (Fachwortschatz,Berichtshefte, fachspezifische Mathematik ...). Damit sind die Mentoren oft überfordert. Für einen Somalier, der jetzt eine Ausbildung beginnt, suchen wir Arbeitsschuhe in Gr.40.

Ab sofort wird es wieder dienstags von 18 -20 Uhr ein Begegnungscafé in der Kirchstraße in Stetten geben, zu dem auch wieder Kerner Bürger und Bürgerinnen eingeladen sind.Hier besteht die Möglichkeit, zwanglos mit den Geflüchteten und den Mitgliedern des AK Asyl in Kontakt zu kommen. Und die Geflüchteten haben die Möglichkeit ihre deutschen Sprachkenntnisse anzuwenden und Ansprechpersonen für ihre Fragen und Probleme zu finden.

Für den Ak Asyl: Elisabeth Schober, ak-asyl@ev-kirche-rommelshausen.de, Homepage: www.ak-asyl-
kernen.de

Termin: Jeden Dienstag - Begegnungscafé in Stetten

Asylbewerber mit Besuchern des Begegnungscafés im Gespräch

"Ziel ist die Schaffung von Kontakten..." (Foto: E. Schober)

Immer Dienstags, ab 18:00 Uhr findet in Kernen-Stetten, in der Kirchstraße 30, ein Begegnungscafé statt, zu dem alle Flüchtlinge und Kernener Bürger und Bürgerinnen eingeladen sind. Das Ende ist gegen 20:00 Uhr geplant.

Leider wurde von der AWO Fellbach, die vom Landratsamt mit der Betreuung der Unterkunft beauftragt ist, eine Zutrittsregelung erlassen, die auch von der Security kontrolliert wird:
Minderjährige dürfen die Unterkunft nur in Begleitung einer volljährigen Person, die die Verantwortung übernimmt, betreten.

Wir hoffen, dass sich niemand dadurch vom Besuch des Cafés abhalten lässt.

 

 

Da der Innenraum der Unterkunft in der Kirchstraße das „Wohnzimmer“ der Asylbewerber ist, wurden diese zuvor um Erlaubnis gefragt. Es soll eine kleine Bewirtung geben in Form von Fingerfood. Ziel des Asyl-Cafés ist die Schaffung von Kontakten zwischen Bevölkerung und Asylbewerbern, Vollversammlungen, „Runde Tische“ zum Thema Arbeit oder auch als Erstkontaktmöglichkeit für Mitbürger, die sich dem AK Asyl anschließen wollen.

Wir hoffen, dass daraus erwächst, was wir unter Integration verstehen.