Aktuelles, Berichte, Informationen aus dem AK Asyl

Inhalt:

Termine

Sitzungstermine 2019

AK Donnerstag 10.01.2019 Stetten Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 07.02.2019 Rom Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 14.03.2019 Stetten Landeskirchl. Gemeinschaft

AK Donnerstag 04.04.2019 Rom Kath. Gemeindesaal Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 09.05.2019 Stetten Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 06.06.2019 Stetten Landeskirchl. Gemeinschaft

AK Donnerstag 04.07.2019 Rom Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 12.09.2019 Stetten Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 10.10.2019 Stetten Landeskirchl. Gemeinschaft

AK Donnerstag 07.11.2019 Rom Ev. Gemeindehaus

AK Donnerstag 05.12.2019 Stetten Ev. Gemeindehaus

Beginn: Jeweils 18.00 Uhr
AK = Sitzungen des AK (für alle AK-Angehörigen; + öffentlich, wenn öffentlich angekündigt)

Berichte und Hinweise

Endlich Umzug!


Am vergangenen Donnerstag zogen als erste Bewohner 10 Geflüchtete aus Afrika in das neu gebaute Haus in der Stettener Dinkelstraße ein. Nach Jahren der Enge und des Provisoriums in Gemeinschaftsunterkünften sind sie begeistert und dankbar, jetzt hier wohnen zu dürfen.
Alle sprechen deutsch und  haben eine feste Arbeitsstelle oder machen eine Ausbildung. Und die meisten haben die von der Gemeinde veranstaltete Mieterschulung besucht (wir haben darüber berichtet) und wissen (zumindest theoretisch) Bescheid, wie man sich in so einer Wohnung richtig verhält. Aber sie brauchen sicher dabei ab und zu Unterstützung. Auch Möbel, vor allem für die Gemeinschaftsräume, fehlen teilweise (Tisch, Stühle, Küchenschränke, kleines Sofa...); bitte melden Sie sich, wenn Sie etwas übrig haben.

Ein Dank den tatkräftigen Helfern, die den Umzug durchgeführt haben: neben Michael Sommer v.a. der Integrationsmanager der Gemeinde Herr Deterding, der bis in den Abend hinein mit dem Sprinter Möbel transportierte.


Für den AK Asyl: Elisabeth Schober, ak-asyl@ev-kirche-rommelshausen.de

Was macht der AK Asyl zurzeit?

Wir treffen uns einmal im Monat, immer donnerstags, entweder in Stetten oder in Rommelshausen, und zwar in verschiedenen kirchlichen Gemeindehäusern. 

Meistens berichtet die Integratonsbeauftragte Frau Ehrlich oder der Integrationsmanager Herr Deterding  vom Stand der Dinge. So stehen in den nächsten Monaten für die in Kernen lebenden Geflüchteten der Umzug von den zum Abriss vorgesehenen Häusern in die neu gebauten Häuser an. Auch tauschen sich die Mitglieder des Arbeitskreises aus über ihre Erfahrungen in der Arbeit mit den Geflüchteten. Ein Problem ist z.B. der Fahrradklau: Saidou, einem seit 4 Jahren in Rommelshausen lebenden Gambier, ist
nun schon zum 3. Mal das Fahrrad, das er für die Fahrt zu seiner Ausbildungsstätte braucht, gestohlen worden. Und zwar am hellichten Tag am Rommelshauser Bahnhof. Die dicke Fahrradkette aus Metall lag zerschnitten daneben.....

Wir sind deshalb immer noch dankbar für die Spenden von fahrbereiten Fahrrädern für Männer. Auch für Menschen, die ab und zu helfen Fahrräder zu reparieren, wären wir dankbar.


Mittwochs und freitags (ab 18 Uhr) sind immer 1 - 2 Mitglieder des AK Asyl für 1 - 2 Stunden im Pavillon des Schülertreffs in Rommelshausen präsent, um Fragen der Geflüchteten zu beantworten, Briefe zu übersetzen oder zu erklären, Hilfestellung zu leisten für Deutsch-Hausaufgaben oder Unterstützung in der Ausbildung (Friseur, Altenpfleger....).
Hier könnten wir auch noch Unterstützung brauchen. Ebenso wie für die Begleitung zuÄrzten oder zu Behörden.


Für den AK Asyl: Elisabeth Schober, ak-asyl@ev-kirche-rommelshausen.de

AK Asyl Kernen fordert Bleiberecht für arbeitende integrierte Geflüchtete

„Wer im Land gebraucht wird, hier arbeitet oder eine Ausbildung macht und sich nichts zuschulden kommen lässt, der sollte auch bleiben dürfen“, sagte der baden-württembergische Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (GRÜNE) bereits vor einem Jahr bei einem Besuch des Unternehmens VAUDE in Tettnang. Auch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut (CDU) stellt sich klar auf die Seite der Unternehmen: „Wir brauchen einen einmaligen Spurwechsel durch eine in der Vergangenheit liegende Stichtagsregelung für bereits im Arbeitsmarkt integrierte Geflüchtete.“ Die baden-württembergischen Verbände des Handels und des Handwerks und namhafte Unternehmer setzen sich seit Jahren dafür ein, dass die heimische Wirtschaft die Potentiale geflüchteter Menschen nutzen kann. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg
braucht Arbeitskräfte, auch für weniger anspruchsvolle Arbeiten. Genauso Pflegeeinrichtungen.


Doch bis heute muss fast jeder, der zwar einen Arbeitsplatz hat aber kein gesichertes Aufenthaltsrecht, jeder Ausreisepflichtige oder nur „Geduldete“, damit rechnen, dass er an seinem Arbeitsplatz verhaftet wird, um ihn abzuschieben. Es bleibt unberücksichtigt, ob er zur Zufriedenheit seines Arbeitgebers in einem Mangelberuf arbeitet, zum Beispiel als Bäcker, Friseur oder in der Pflege. Es spielt auch keine Rolle, dass er gut deutsch spricht, staatlich finanzierte Kurse besucht hat, dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegt und aus seinem Arbeitseinkommen Miete, Steuern und Sozialabgaben zahlt. Vielleicht trainiert er sogar im Fußballverein den Nachwuchs oder seine Kinder gehen schon mehrere Jahre hier zur Schule. Zeit, Energie und Geld, die Geflüchtete, Unternehmen, Staat und Ehrenamtliche gemeinsam für eine geglückte Integration aufgewendet haben, sind dann vergeblich. Das ist auch volkswirtschaftlich gesehen Unsinn. Auch in Kernen und Umgebung betrifft dies Unternehmer, Handwerker oder Gastronomen gleichermaßen. Wir, die wir uns ehrenamtlich und durch Patenschaften dafür einsetzen, dass die in unserer Gemeinde lebenden unbescholtenen Geflüchteten im Interesse aller eine Perspektive haben, halten das für unerträglich. Geflüchtete sollen sinnvoll arbeiten können, statt untätig herumsitzen zu müssen.

Unbescholtenen gut integrierten Geflüchteten muss der Weg eröffnet werden, dass sie - wie Arbeitsmigranten - ein Aufenthaltsrecht erhalten. Wir fordern:

- Klare gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass gut integrierte Geflüchtete, die dem Sozialstaat nicht zur Last fallen, abgeschoben werden können, obwohl ihre Arbeitskraft hier gebraucht wird.

-  Sichere Perspektiven für Unternehmer und Arbeitskräfte! Keine Gesetzgebungstricks, keine unüberwindbar hohen Hürden oder unrealistische Pseudo-Erleichterungen!

Entschieden wird in Berlin! Der AK Asyl Kernen hat sich bereits im September 2018 an alle im Rems-Murr-Kreis gewählten Bundestagsabgeordneten der Wahlkreise Waiblingen und Backnang/Schwäbisch Gmünd gewendet. Während maßgebende Vertreter der Landesregierung eine klare Haltung geäußert haben, sind die vorgesehenen bundesgesetzlichen Regelungen, die Haltung der Parteien und der im Rems-Murr-Kreis gewählten Abgeordneten bis heute größtenteils unklar. Wir haben uns jetzt entschieden, uns nochmals an die Bundestagsabgeordneten im Rems-Murr-Kreis zu wenden und unsere Meinung öffentlich zu machen.


(von G. Wahler/10.12.2018)

Eckpunkte Einwanderungsgesetz – Aufenthaltsrecht statt Abschiebung

Unser Schreiben vom 17. Dezember 2018:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Wir haben einen direkten Blick auf die Lage hier in unserer Gemeinde und im Rems-Murr-Kreis. Und da sehen wir, dass in bestimmten Betrieben von Handwerk, Gastronomie, Dienstleistung und in der Pflege starke Nachfrage nach Arbeitskräften besteht. „Einheimische“ interessieren sich nicht dafür, integrationsfähige- und –willige Geflüchtete dagegen schon. Eindrucksvoll beschreibt dies ein Winnender Friseurbetrieb (s. Video von der Homepage der Handwerkskammer Stuttgart): www.hwk-stuttgart.de/artikel/fluechtlinge-hilfestellung-fuer-integration-und-ausbildung-67,0,1426.html.
Das ist die Realität hier vor Ort!


Dass Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft gelingen kann, erfährt der AK Asyl Kernen i. R. immer wieder in seiner ehrenamtlichen Arbeit. Diese Erfahrung ist jedoch an Bedingungen geknüpft, die allen Beteiligten ein hohes Maß an Geduld, gutem Willen, Engagement, Kooperation und Leistungsbereitschaft abfordern – wie ein Beispiel aufzeigen soll:


Der junge Flüchtling aus einem Subsaharaland kam im Spätsommer 2013 in unsere Gemeinde und wohnte zunächst in einer Gemeinschaftsunterkunft. Er begann schnell Deutsch zu lernen und nahm ab November 2013 an den vom AK Asyl angebotenen Sprachkursen teil, die später mit finanzieller Förderung des AKs in einer Volkshochschule fortgeführt wurden. Wie die fünf Anderen aus seinem Zimmer litt er unter dem Arbeitsverbot und der sich daran anschließenden Vorrangprüfung, was jegliche Erwerbstätigkeit nahezu ausschloss. Um überhaupt eine Beschäftigung zu haben, half er nachmittags in einem Schülertreff. In den VHS-Kursen erreichte er das Niveau A 2 und war in der Vorbereitung zu B 1, als er endlich im Herbst 2015 eine Ausbildung beginnen konnte. Ab dem Frühjahr desselben Jahres hatte er in verschiedenen Pflegeheimen in der Umgebung hospitiert und sich um einen dualen Ausbildungsplatz bemüht. Die ursprünglich angestrebte Ausbildung zum Pflegehelfer wurde ihm jedoch nicht gestattet. Stattdessen begann er eine zweijährige Ausbildung in dem staatlich anerkannten Beruf des Alltagsbetreuers in einer Berufsfachschule und in einem Seniorenheim. Mit dem erfolgreichen Abschluss wurde ihm auch der deutsche Hauptschulabschluss zuerkannt. Sein von Schule und Betrieb gleichermaßen geschätztes Engagement führte zu einer sofortigen Übernahme in Vollzeit.
Inzwischen soll er sich auf Wunsch seines Arbeitgebers bereits als Berufsanfänger für Leitungsaufgaben qualifizieren. Gleichzeitig lief sein Asylverfahren. Innerhalb von zwei Monaten musste er gleich dreimal zur Anhörung nach Karlsruhe reisen, die dann schließlich im Januar 2017 stattfand. Der negative Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie die erfolglose Klage vor einem Verwaltungsgericht belasteten ihn physisch und psychisch stark während seiner Ausbildungszeit. Zumal sich das Verfahren von der Anhörungsphase bis zum rechtskräftigen Urteil über ein Jahr und vier Monate hinzog. Die Berufstätigkeit erlaubte ihm nicht nur den Umzug von der zwischenzeitlich erfolgten Anschlussunterbringung in einem Abbruchhaus in eine kleine selbstständige Wohnung in der Nähe seines Arbeitsplatzes, sondern auch den Erwerb des deutschen Führerscheins – nicht zuletzt auch wegen einer weiteren Beschäftigung am Wochenende.
Er schätzt sich momentan glücklich, alle Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel nach § 18a Aufenthaltsgesetz erfüllen zu können, wozu insbesondere auch seine landesrechtlich anerkannte Ausbildung als eine qualifizierte und die Vorlage seines nationalen Reisepasses zählen. Und so hat er kürzlich - nach wiederholter Vorlage mehrerer nahezu identischer Unterlagen wie Arbeitsvertrag, Arbeitgeberauskünfte, Kontoauszüge, Bescheinigung des Vermieters usf. innerhalb nur weniger Monate - den ersehnten Aufenthaltstitel nach über fünf Jahren bekommen. Offen bleibt die Frage, was nach dieser immer noch befristeten Aufenthaltsgenehmigung geschieht.


Erlaubt sich unsere Gesellschaft die Dummheit, einen jungen Menschen wieder fortzuschicken, der sich engagiert um Integration bemüht und in einem Bereich erfolgreich arbeitet, in dem händeringend qualifiziertes Personal gesucht wird, das eine alternde Gesellschaft dringend braucht, oder honoriert sie seine jahrelange Leistung in und für die Ankunftsgesellschaft, die ihn in seinem jungen Leben geprägt hat?


Wir fordern klare gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass gut integrierte arbeitende Geflüchtete, die dem Sozialstaat nicht zur Last fallen, abgeschoben werden, obwohl ihre Arbeitskraft hier gebraucht wird. Sichere Perspektiven für Unternehmer und Arbeitskräfte! Keine Gesetzgebungstricks, unüberwindbar hohe Hürden oder unrealistische Anforderungen!


Maßgebende Vertreter der Landesregierung Baden-Württemberg haben sich zu dem angesprochenen Anliegen bereits öffentlich in dem von uns vertretenen Sinn geäußert. Uns - und auch andere Arbeits- und Freundeskreise im Rems-Murr-Kreis – interessiert, welche Haltung die im Rems-Murr-Kreis gewählten Abgeordneten haben.

Mit freundlichen Grüßen


Elisabeth Schober     Tobias Setzer     Günter Wahler     Magdalena Boungou
Sprecherin                 Stv. Sprecher      Stv. Sprecher         Stv. Sprecherin

„Black and White“ erfolgreich beim Elfmetercup des TV Stetten

Unter der Bezeichnung „Black and White“ nahm ein kleines Team (6 Spieler und Reservespieler) aus verschiedenen Nationen am 21. Juli 2018 an dem vom TV Stetten zum 13. Mal organisierten Elfmeter-Cup teil. Die „zusammengewürfelte“ Mannschaft wurde von Michael Sommer betreut. Bald zeigte sich, dass sein „Team-Building“ funktionierte: es waren Spieler dabei, die erst seit wenigen Wochen in Kernen wohnen und „alte Bekannte“, die bereits in örtlichen Hallenturnieren zusammen Fußball spielten.

Alle können nicht nur den Ball jonglieren, bald zeigte sich, dass auch der Elfmeterschuss meist punktgenau im Netz landete. Und die Beweglichkeit des nur als „Hobby-Spieler“ aktiven Torwarts machte den einen oder anderen „Unhaltbaren“ unschädlich.

Nach den Gruppenspielen, die unter Dauerregen absolviert wurden, ging es mit den jeweils zwei besten Mannschaften jeder Gruppe im k.o.-System weiter. Unter 48 gemeldeten Mannschaften belegte „Black and White“ schließlich den 14. Platz. Wichtiger als dieser unerwartete sportliche Erfolg waren aber die herzlichen Begegnungen unter den Sportlern. Vielleicht hat das gut geschulte Auge eines scouts unter den Zuschauern ja auch erkannt, dass der eine oder andere auch in den örtlichen Vereinen erfolgreich sein könnte?

Groß war die Freude und die Dankbarkeit der durch den TV Stetten sehr freundlich aufgenommenen Spieler, als jeder für den sportlichen Erfolg ein T-Shirt erhielt.
Für den AK Asyl GÜnther Wahler

Ausflug zum Fußballspiel (3. Liga) SG Sonnenhof Großaspach – SV Meppen

Unter dem Motto „Zuwanderer - Schulen – Jugendfußball“ luden der „Dorfclub“ SG Sonnenhof Großaspach, der gemeinnützige Verein Herzwerk Aspach e.V. und der Sportkreises Rems-Murr Menschen aus diesem Personenkreis zu dem Heimspiel der SG Sonnenhof gegen den SV Meppen ein.

Bei herrlichem Wetter starteten zwei Shuttle Busse am Sonntag, 29. April 2018 um 12.30 Uhr am Bahnhof Waiblingen. Teil der Reisegruppe waren auch 25 Geflüchtete und Ehrenamtliche aus Kernen. Mit einem alkoholfreien Getränk, einer Wurst oder einem Käsebrötchen gab es vor Spielbeginn Gelegenheit zur Stärkung und zu Gesprächen.

Dann das Spiel: Obwohl Meppen anfangs dominierte, ging die SG glücklich mit 1:0 in Führung. Nach Toren in der 30. und 42. Minute stand es aber plötzlich 1:2. In der zweiten Hälfte überzeugte die SG Sonnenhof kämpferisch und spielerisch, glich aus und hatte zahlreiche Chancen zu weiteren Treffern. Wie im Leben, wird es oft bestraft, wenn gute Chancen nicht genutzt werden und so verließ Meppen nach einem Tor in der 86. Minute mit 3:2 als Sieger den Platz.

Einige Teilnehmer entdeckten bei der Hin- und Rückfahrt mit dem Bus ab Waiblingen zum ersten Mal die blühende Landschaft an Rems und Murr. Dank unseres Michael, dessen Talent als „Reiseleiter“ seither verborgen war, erfuhren sie zudem Interessantes und Unterhaltsames über unsere Region. Wir bedanken uns herzlich bei den einladenden Organisationen, den Pkw- Fahrerinnen und -Fahrern nach Waiblingen und den bei der Organisation Mitwirkenden für einen rundum gelungenen Ausflug, der auch Gelegenheiten bot, persönliche Kontakte zu knüpfen oder wieder aufzufrischen.
Für den AK: Günter Wahler

Neuer Gemeinschaftsraum gefunden

Seitdem die Bewohner aus der Kirchstraße nach Rommelshausen gezogen sind, hat der
Arbeitskreis Asyl einen Raum gesucht, der geeignet ist als Treffpunkt, für Besprechungen,
Nachhilfe, Arbeit mit dem Computer. Nun hat uns die Gemeinde den Schülertreff in
Rommelhausen, Kirchgärten 7, zwischen Rathaus und Gemeindehaus der evang. Kirche,
angeboten. Nachmittags werden dort Kinder betreut, abends stehen die Räume bisher leer.
Der Arbeitskreis wird künftig an 2 Tagen dort für Fragen und Gespräche präsent sein sowie
Angebote für die Geflüchteten aus Kernen anbieten, und zwar mittwochs 17:30 Uhr - 19:30
Uhr und freitags von 16 - 19 Uhr.  Gedacht ist an Unterstützung beim Deutschlernen sowie
Nachhilfe für die in der Ausbildung Stehenden, die doch oft Schwierigkeiten haben mit der
fachspezifischen Theorie (z.B. Pflegeberufe, technische und handwerkliche Berufe...).
Deshalb suchen wir Leute vom Fach, die hier unterstützen können. Auch an Mathe-Basics
fehlt es oft. Wir haben auch einen PC zur Verfügung, an dem man - unter Anleitung -
Lebensläufe und Bewerbungen schreiben kann. Für all diese Unterstützung suchen wir
Ehrenamtliche, die an einem der angebotenen Termine regelmäßig mithelfen können.

Vielleicht findet sich auch jemand, der diese Arbeit koordiniert. Bitte melden Sie sich /melde
dich unter der angegebenen ak-Adresse (s.u.)Wir beginnen bereits in dieser Woche am
Mittwoch, 14.März, auch wenn bis dahin noch nicht alle Geflüchteten von dem Angebot
wissen. Trotzdem: einfach mal vorbeischauen.

Für den Ak Asyl: Elisabeth Schober, ak-asyl@ev- kirche-rommelshausen.de

Vortrag zur Lage in Gambia

Das kleinste Land Afrikas (etwa 2 Millionen Einwohner) hat für Baden-Württemberg
große Bedeutung: Nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel leben viele der rund
16.000 aus Gambia geflüchteten Menschen unter uns. 22 Jahre lang wurde Gambia
durch den Diktator Jammeh regiert. Das Land schottete sich international ab.
Menschenrechtsorganisationen berichteten von willkürlichen Verhaftungen,
Hinrichtungen ohne Urteile, verschwundenen Menschen und Folterungen. Völlig
überraschend wurde im Januar 2017 der unabhängige Kandidat Adama Barrow, der
von acht zersplitterten Oppositionsparteien unterstützt wurde, als neuer Präsident
gewählt. Der Diktator Jammeh erkannte seine Wahlniederlage nach massivem
internationalem Druck an. Es scheint der Wille zu bestehen, in Gambia einen
demokratischen Staat aufzubauen. Die Mehrheit der internationalen Beobachter
blickt zwar vorsichtig optimistisch auf die neue Regierung, ist sich aber einig, dass
bisher keine sichere Einschätzung gemacht werden kann. Gambia ist wirtschaftlich
praktisch pleite und im Prinzip auf eine Monokultur für den Anbau von Erdnüssen
und Tourismus ausgelegt. An der hohen Arbeitslosigkeit besonders für die junge
Bevölkerung hat sich nichts geändert.
Wie ist die aktuelle Entwicklung in Gambia (Spannungen in der Bevölkerung, Angst
vor Islamisten, Militär und Geheimdienst, wirtschaftliche Lage, Rechte von Frauen)?
Wissenschaftlerinnen der Universität Freiburg veröffentlichten gerade eine Studie zu
Gambia (Quelle: Flüchtlingsrat BW, Veröffentlichung vom 18.09.2017). Sie
untersuchten die unterschiedlichen Migrations- und Fluchtbewegungen aus Gambia
und bewerteten, was eine Rückkehr einer großen Zahl von Geflüchteter aktuell für
das Land bedeuten würde.
Über diese Fragen wird der in Rommelshausen lebende Gambier Ebou Sarr am
Mittwoch, 25. Oktober, 19.30 Uhr in ….
informieren und mit Interessierten diskutieren. Ebou Sarr hat in Gambia studiert.
Nach mehreren Aufenthalten mit Praktika in Deutschland arbeitet er heute als
Sozialarbeiter bei einer vom Land geförderten Einrichtung im Bereich der
Integration/Migration, macht eine Radiosendung und elektronische Informationen für
Geflüchtete.

Tisch mit Gebäck und süßen Stücklen

Plakat Asyl-Café

Insbesondere brauchen wir regelmäßig Kuchen und salziges Gebäck.
Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich online in eine Doodle-Liste eintragen.
Bis auf Weiteres brauchen wir jedes Mal

  • zwei Kuchen und
  • zweimal salziges Gebäck (ohne Schweinefleisch).

Beides kann zwischen 17:30 und 18:00 Uhr in der Kirchstr. 30 in Kernen Stetten abgegeben werden. Selbstverständlich ist jeder Spender herzlich eingeladen, auch zum Begegnungscafé da zu bleiben.
Für Fragen zur Verpflegung (oder Schwierigkeiten mit der Doodle-Liste) gerne Kontakt mit Magdalena Boungou.

Wer sich vorstellen kann, darüber hinaus oder auf andere Art zukünftig das Begegnungscafé mit zu unterstützen, kann sich gerne melden bei Fara Peccerella.

Wer helfen will, das Begegnungcafé bekannt zu machen, kann sich gerne hier das Plakat downloaden, ausdrucken und an geeigneter Stelle aufhängen.

Tandem ist nicht nur ein Fahrrad

Tandem, das kann auch ein gemeinsames Abenteuer innerhalb der deutschen Flüchtlingspolitik sein. So
jedenfalls formuliert es Frau Schmückle aus Stetten, die seit über einem Jahr als Patin mit dem
22jährigen Felix aus Nigeria ein "Tandem" bildet, sie als Patin, er als ihr Mentee. Obwohl Frau
Schmückle als Patin/Mentorin von Felix gilt, steht doch hinter ihr die ganze Familie Schmückle, zu der
auch Söhne im Alter von Felix gehören. Und ein Sohn war es auch, der Felix, der seit 1 1/2 Jahren in der
Unterkunft Kirchstraße in Stetten wohnt, eines Tages zum Essen mit nach Hause gebracht hat. Und
seitdem gehört er sozusagen zur Familie. Sie bietet ihm, wie er sagt, Sicherheit, Freundschaft, macht sein
Leben leichter, ruhiger, bietet ihm eine Rückzugsmöglichkeit und Hilfe. Die fing an mit der
Unterstützung beim Deutschlernen, bei Behördegängen und dann bei den Überlegungen, wie es in
Zukunft weitergehen kann, nachdem seine Deutschkenntnisse dank Volkshochschulkursen recht gut
geworden sind. Frau Schmückle half Felix, ein Praktikum zu finden, zunächst bei einem Maler; doch es
stellt sich heraus, dass das kein Beruf für Felix war. Das Arbeitsamt empfahl eine Ausbildung in einem
Mangelberuf. Und so durchlief Felix erfolgreich eine halbjährige Einstiegsqualifizierung im
Metzgereibetrieb Weißschuh in Waiblingen und beginnt jetzt seine Ausbildung dort. Natürlich hat Frau
Schmückle viel Zeit in die Betreuung von Felix investiert, aber es hat auch, wie sie sagt, ihr Leben
bereichert, zum einen durch das Kennenlernen eines Menschen aus einem fernen, unbekannten Land, zum
anderen durch die Notwendigkeit sich gegenüber Behörden und Betrieben durchzusetzen. Man kann nur
hoffen. dass dieses "Tandem" weiterhin positiv der Zukunft entgegen"fährt".
Für den Ak Asyl: Elisabeth Schober

Tandem ist nicht nur ein Fahrrad für 2 (Fortsetzung)

Spätsommerfest beim CVJM

40 Asylbewerber und Mitglieder des Arbeitskreises, darunter viele "Tandems"; Mentoren/innnen und Mentees, trafen sich am 2.Septembersonntag zum Spätsommerfest auf dem CVJM-Platz in Rommelshausen. Bei Kaffee und Kuchen und später Grillfleisch und Salaten saßen wir gemütlich zusammen. Doch immer wieder stellen wir fest, dass noch nicht alle eine/n Tandempartner/in haben,der/die ihnen hilft, so wie Familie Schmückle Felix, wie es letzte Woche hier zu lesen war.
Auch kommen immer wieder, wie auch in der vergangenen Woche, Familien aus dem nahen Osten nach Kernen, deren Leben durch die Hilfe eines/r Paten/in erleichtert werden könnte. Mit einem Tandem kommt man einfach schneller voran. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich noch einige Kerner Bürger/innen fänden, die sich als Pate/Mentor zur Verfügung stellen. Bitte wenden Sie sich an die unten stehenden Mail-Adresse. Auch für die Geflüchteten, die eine Ausbildung machen und die Berufsschule besuchen, werden "Azubi-Paten" gesucht, die ihnen helfen, ihre Aufgaben zu machen (Fachwortschatz,Berichtshefte, fachspezifische Mathematik ...). Damit sind die Mentoren oft überfordert. Für einen Somalier, der jetzt eine Ausbildung beginnt, suchen wir Arbeitsschuhe in Gr.40.

Ab sofort wird es wieder dienstags von 18 -20 Uhr ein Begegnungscafé in der Kirchstraße in Stetten geben, zu dem auch wieder Kerner Bürger und Bürgerinnen eingeladen sind.Hier besteht die Möglichkeit, zwanglos mit den Geflüchteten und den Mitgliedern des AK Asyl in Kontakt zu kommen. Und die Geflüchteten haben die Möglichkeit ihre deutschen Sprachkenntnisse anzuwenden und Ansprechpersonen für ihre Fragen und Probleme zu finden.

Für den Ak Asyl: Elisabeth Schober, ak-asyl@ev-kirche-rommelshausen.de, Homepage: www.ak-asyl-
kernen.de